Letzter Brief von Erich Baars (Soldat, Fp-Nr. 59693 C) an seine Schwiegereltern


Lettland, 18.12.1944

Meine lieben Eltern!

Ich hoffe, dass Ihr das Weihnachtsfest gut verlebt habt und wünsche Euch nun ein gesundes und glückliches Neujahr. Möge in diesem Jahr dieser elende Krieg sein Ende nehmen.

So aber bin ich in einer Ersatzgruppe. Heute sind wir nur noch zwei Mann, die anderen sind schon im Graben. Am 14.12. bin ich wieder raus gekommen und gleich abends falle ich über eine Wurzel und kugele meinen rechten Daumen aus. Ich habe eben noch Schonung, sonst wäre ich auch mit im Graben. Wir liegen ca. 200 m hinter der H.K.L. und schiebe hauptsächlich Wache, auch Streifendienst, was weniger schön ist. Die Gräben sind zum Teil voll Wasser und müssen wir schon oben langgehen. Diese Nacht sind die Russen mit ca. 30 Mann in einem Abschnitt eingedrungen und haben ein MG weggeholt.
Einige Wochen war ich beim Tross und der wurde dann um 60-70% verkleinert. Die Pferde mussten abgegeben werden und werden nun wohl auch geschlachtet.
Es wird eben dunkel. Licht ist sehr knapp, wir brennen schon Schuhfett.

Ich schließe mit herzlichen Grüßen, auch an alle Verwandten, auch an Dietrich (Schwager und Soldat), wo mag er sein?

Euer Erich








Nachstehend die Meldung der Kompanie:


O. U.. den 18. Januar 1945

Frau
Helina Baars
Braunschweig, Wienerstr. 6
Bei einem Angriff der Russen am 23.12.44 ist Ihr Mann, Soldat Erich Baars von der Kompanie abgekommen und bis heute nicht mehr zurückgekehrt. Es besteht die Möglichkeit, dass er sich als Versprengter bei einer anderen Einheit, oder als Verwundeter in einem Lazarett befindet. Mitteilungen hierüber sind der Kompanie bisher nicht zugegangen.
Falls Ihnen eine Nachricht zugegangen, bzw. eine neue Anschrift Ihres Mannes bekannt ist, wird um Angabe der neuen Anschrift gebeten.


Lt. und Komp.-Führer



Seit dem 23.12.1944 wird der Soldat Erich Baars vermisst. Er war Angehöriger der 2. Kompanie des Sicherungs-Bataillons 307.





Hauptmann Erich Neuß (24. Inf.-Div.): Feldpostbriefesammlung
06.07.1944 - 23.03.1945



Unteroffizier Hans Hamelberg:
Letzter Brief an die Mutter

24.11.1944
Major Heinrich Ochssner:
Letzter Brief an die Ehefrau

16.09.1944
Obergefreiter Karl Meyer:
Brief an die Familie

15.12.1944
Brief über die
Suche nach einem Grab

11.01.1945
Obergefreiter Wilhelm Schierholz:
Letzter Brief an die Eltern

22.10.1944
Leutnant Helmut Christophe:
Brief an die Tante
sowie die Todesmeldung, übermittelt vom Btl.-Komm.

15.01./5.2.1945
Gefreiter Ewald Fiedler:
2 Briefe an die Schwester

12.9./14.12.1944
Obergefreiter Günther Klinge:
Brief an die Eltern

16.08.1944-13.01.1945
Obergefreiter Eugen Lamprecht:
Gedicht zum Abschied

Herbst 1944
Obergefreiter Paul Pyschik:
Der letzte Brief vor der Gefangenschaft

6. August 1944
Obergefreiter Werner Richey:
Der letzte Brief aus Kurland

14.12.1944
Oberfeldwebel Jakob Trimborn:
Letzter Brief an die Schwester

20.01.1945
Hauptmann Edgar Bothe:
2 Briefe an die Familie

28.10.1944/22.3.1945
Soldat Ernst Andresen:
Genesungswünsche der Kameraden

26.12.1944
Soldat Erich Baars:
Letzter Brief an die Schwiegereltern

28.10.1944/22.3.1945
Soldat Alfred Pawelzick:
Brief an die Mutter

02.11.1944
Oberleutnant Friedrich Willbrand:
Briefe an die Familie

14.11.1944 - 08.07.1946
Unteroffizier Josef Meyer:
Briefe an die Schwiegermutter

14.2.1945
Unteroffizier Oswald Pelzer:
Letzter Brief aus dem Lazarett

01.01.1945
Obergefreiter Wilhelm Haller:
Letzter Brief an Frau und Sohn

Anfang 1945
Hauptfeldwebel Walter Kaese:
Brief an die Ehefrau

08.04.1945
Walter Nagel:
Brief an die Schwester

18.07.1944
Feldwebel Horst Hesse:
Briefe an Hanna Seidel

03-07.1944
 


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