Letzter Brief an die Mutter
24.11.1944



Aus dem Feldpostbrief des Unteroffiziers Hans Hamelberg, gefallen am 24. 11.1944 in Kurland. Er schrieb diese letzten Zeilen an seine Mutter 14 Tage vor seinem Tod:


Am 10.11.44


Liebe Mama!

Nun hast Du schon wieder so lange auf einen Brief von mir gewartet, dass ich Dir unbedingt schreiben muss. Ich hätte schon früher und auch öfter geschrieben, aber die Umstände sind immer so sehr ungünstig. Von Dir habe ich vor gut einer Woche einen Brief bekommen, es war der erste auf die Fp.-Nr. 57 137. Ich habe zwar inzwischen zwo andere Nummern gehabt, bin jedoch wieder von der Einheit 57 137 angefordert worden. Sicherlich ist von Euch Post auf die anderen Nummern unterwegs, vielleicht ist auch was zurückgekommen oder verloren gegangen.

Deine Hoffnung, liebe Mama, dass ich Weihnachten bei Euch sein werde, wird sich wohl kaum erfüllen, es sieht jedenfalls nicht danach aus. Wie es heute an allen deutschen Grenzen ist, so müssen auch wir Kurlandkämpfer aushalten, so lange es eben geht. Das einzige ist, dass wir eben noch auf ein Wunder oder eine göttliche Fügung hoffen können. Göbbels hat ja auch mal gesagt, oder geschrieben, "Wenn heiße Wünsche den Krieg beenden könnten, dann wäre er schon vorbei". Also, liebe Mama, da können wir also von unseren Hoffnungen schon wieder einen großen Prozentsatz streichen. Erhalten wir uns daher fürs erste mal die Hoffnung auf ein Wiedersehen. -

Vor einigen Tagen hat es zum ersten Mal seit Juni Päckchen-Marken gegeben, ich lege sie diesem Brief bei (2 Stück). Wie Du sie verwendest, liebe Mama, ist egal, ob es für Weihnachten noch extra welche gibt, weiß ich nicht. In 6 Wochen sind nur noch 2 Tage bis Weihnachten. Was hatten wir doch da früher für Zeiten. Es wurde schon Spekulatius in rauhen Mengen gebacken und Marzipansachen wurden dann auch bald hergestellt. Und dann dieser Hochbetrieb in den Geschäften. Und erst das Kuchenbacken an den letzten beiden Tagen.

Das alles, liebe Mama, möchte ich doch zu gern alles noch einmal erleben. -

Nun, liebe Mama, beende ich diesen Brief mit den besten Wünschen, schon für die nahe Zukunft.

Viele herzliche Grüße
Dein Hans




Hauptmann Erich Neuß (24. Inf.-Div.): Feldpostbriefesammlung
06.07.1944 - 23.03.1945



Unteroffizier Hans Hamelberg:
Letzter Brief an die Mutter

24.11.1944
Major Heinrich Ochssner:
Letzter Brief an die Ehefrau

16.09.1944
Obergefreiter Karl Meyer:
Brief an die Familie

15.12.1944
Brief über die
Suche nach einem Grab

11.01.1945
Obergefreiter Wilhelm Schierholz:
Letzter Brief an die Eltern

22.10.1944
Leutnant Helmut Christophe:
Brief an die Tante
sowie die Todesmeldung, übermittelt vom Btl.-Komm.

15.01./5.2.1945
Gefreiter Ewald Fiedler:
2 Briefe an die Schwester

12.9./14.12.1944
Obergefreiter Günther Klinge:
Brief an die Eltern

16.08.1944-13.01.1945
Obergefreiter Eugen Lamprecht:
Gedicht zum Abschied

Herbst 1944
Obergefreiter Paul Pyschik:
Der letzte Brief vor der Gefangenschaft

6. August 1944
Obergefreiter Werner Richey:
Der letzte Brief aus Kurland

14.12.1944
Oberfeldwebel Jakob Trimborn:
Letzter Brief an die Schwester

20.01.1945
Hauptmann Edgar Bothe:
2 Briefe an die Familie

28.10.1944/22.3.1945
Soldat Ernst Andresen:
Genesungswünsche der Kameraden

26.12.1944
Soldat Erich Baars:
Letzter Brief an die Schwiegereltern

28.10.1944/22.3.1945
Soldat Alfred Pawelzick:
Brief an die Mutter

02.11.1944
Oberleutnant Friedrich Willbrand:
Briefe an die Familie

14.11.1944 - 08.07.1946
Unteroffizier Josef Meyer:
Briefe an die Schwiegermutter

14.2.1945
Unteroffizier Oswald Pelzer:
Letzter Brief aus dem Lazarett

01.01.1945
Obergefreiter Wilhelm Haller:
Letzter Brief an Frau und Sohn

Anfang 1945
Hauptfeldwebel Walter Kaese:
Brief an die Ehefrau

08.04.1945
Walter Nagel:
Brief an die Schwester

18.07.1944
Feldwebel Horst Hesse:
Briefe an Hanna Seidel

03-07.1944
 


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